Der Erste Rundgang


Drappeggi nella Sala del Ciondolo

Der starke Luftzug am Eingang der Höhle, läßt den Besucher erahnen welches Ausmaß an Größe die unterirdischen Räume haben müssen; durch er in Kürze gehen wird. Der Eingang führt in einen elliptischen Stollen, dessen Wände deutliche Spuren von Erosion aufweisen. Danach geht der Weg weiter durch einen Höhlenraum, wo man während der Begehungsarbeiten für Besucherwege auf mehrere Knochen des Höhlenbären stieß. Auf diesen Höhlenraum folgt ein weiterer elliptischer Gang (sogennante Kolken sind hier gut sichtbar), der sich in zwei übereinanderliegende Verzweigungen teilt, von denen die untere in einen mit Wasser gefüllten Siphon taucht, während die obere, künstlich geschaffene, dazu dient, trockenen Fußes den Besuch zu jeder Zeit fortzuführen. Der Siphon taucht etwas weiter in einem kleinen, tiefen See von smaragdgrünem Wasser wieder auf.

Links geht nun ein Aufgang in die Höhe (hier beginnt der Dritte Rundgang), an dem man vorbeigeht und so in einen Gang gelangt, der reich an Tropfsteinbildungen ist ("Galleria Principale" — "Hauptgang"). Dahinter liegt der "Lago dei Cristalli" ("Kristallsee"), in dem sich eine Reihe von schneeweißen Sintersäulen spiegeln (sie entstehen durch das Zusammenwachsen von Stalaktiten und Stalagmiten).

Der Weg führt weiter durch einen kurzen, niedrigen Gang, durch den man gebückt gehen muß. Danach öffnet sich der "Saal des Schmuckanhängers" ("Sala del Ciondolo"; nach einem dicken Stalaktiten benannt, der von der Decke herabhängt und an der Kontaktstelle äußerst zart ist): neben großen, gekräuselten und durchsichtigen Sintervorhängen sieht man dicke Sinterkaskaden in den leuchtendsten Farben sowie eigenwillig gekrümmte Stalaktiten (sogenannte Excentriques). Der Boden ist vollkommen mit großen massiven Stalagmiten überzogen.

Danach kommt man in den "Versturzsaal" ("Sala del Crollo"), der eine Höhe von über 20 Metern erreicht. Hier hat sich vor sehr lanqer Zeit ein Massiv von Steinblöcken von der Decke gelöst, das nun von mächtigen Kaskaden von gelbbrauner Färbung überzogen und versintert ist. Unter diesen wunderbar harmonisch geformten Sinterbildungen kann man wahre Skulpturen erkennen, die die Natur wie von Zauberhand geschaffen hat.

Es geht weiter, vorbei an der herrlichen, vielfarbigen Sinterkaskade des "Rosa Kamins" ("Camino Rosa"), durch den "Monumentensaal" und den "Gang der Faltenwürfe" ("Galleria dei Drappeggi"). Auf der linken Seite öffnet sich der "Zwischengang"; an dieser Stelle betritt man auf dem Rückweg vom Zweiten Rundgang wieder den ."Monumentensaal", um zum Ausgang zurückzukehren. Dann erreicht man den Rand eines über 30 Meter hohen Schachts, dessen steile Wände zum großen Teil von Sinterbildungen bedeckt sind ("30-Meter-Saal" — "Sala dei 30 Metri"). Bei starken Regenfällen kommt es zum Ubertreten von Wasserbecken; dann stürzt an dieser Stelle ein tosender Wasserfall in die Tiefe einer dunkeln Felsspalte, an deren Seitenrändern dicke, flächenhafte Sinterbildungen entstanden sind.

Man steigt dann über einen steilen Treppenaufgang zum "Paß" und danach wieder einige Stufen hinunter bis zu einer kleinen Aussichts- terrasse, von der man einen Blick in den schaurigen "Riesenschlund" werfen kann. An dieser Stelle beginnt nun der Zweite Rundgang, der in die Tiefe führt, während der Erste Rundgang hier fast beendet ist. Der Rückweg erfolgt wieder über die gleiche Strecke.